GESCHICHTE

EMPIRE RIVERSIDE HOTEL
 
Auf dem Bavaria-Gelände wurde im November 2007 das EMPIRE RIVERSIDE HOTEL fertig gestellt. Die Geschichte des Geländes begann jedoch schon viel früher... 
Der Festungsingenieur Johann van Valckenburgh verlieh 1615-1625 Hamburg seine Konturen, die bis heute bestehen. Eine Fläche (das spätere Bavaria-Gelände) durfte damals nicht bebaut werden und wurde als „Glacis“ – Schussfeld im Kriegsfall – genutzt. Später wurde diese Freifläche als „Gemüseland“ verwendet.
 
Darauf folgend wurde diese Fläche viele Jahre von der Stadt an Vergnügungsbuden und Zirkusmanegen vermietet. Im Jahre 1863 verpachtete die Stadt dieses Gelände dann an eine Aktiengesellschaft, allerdings sollte dies nur für einen begrenzten Zeitraum sein. Die in der Taubenstraße 1 angesiedelte „Actien-Bierbrauerei“ nutzte diese Fläche dann für immerhin 140 Jahre. Nachdem der Pachtvertrag 1901 bis 1931 verlängert wurde, wurde das Gelände im Jahr 1918, durch Geldmangel der Stadt, endlich an den Pächter verkauft.
 
Schon früh wurde aus der am 10. Januar 1863 gegründeten Brauerei eine der Braustätten, die ganz Norddeutschland belieferte. Im Mai 1922 fusionierten die Abteilungen „Actien-Brauerei“ (auf St. Pauli) und „Bavaria-Brauerei“ (braute nach bayrischen Rezept, Sitz in Altona – Anfang der 30er stillgelegt) zur  „Bavaria- und St. Pauli-Brauerei“, um eine Zusammengehörigkeit zu symbolisieren. Ab dem Jahr 1979 betitelte sich die Brauerei dann mit „Bavaria St. Pauli“.
 

altes Bavaria-Gelände (rot umrandet)
 
Mit der Brauereiansiedlung, in St. Pauli, wurden in der Taubenstraße Schulhäuser gebaut. Diese Nachbarhäuser wurden nach kurzer Zeit Betriebs-Areal der Brauerei. So thronte das gesamte Gelände zwischen Vergnügungsviertel, Wohngebiet und Hafenrand. 1936 wurde durch die Brauerei in der Bernhard-Nocht-Straße (vormals Bernhard-Straße) das Sudhaus neu errichtet. Nach zahlreichen Umbauten stellte die Brauerei das nächste Bauprojekt 1958 fertig. Auf dem Silogebäude (Ecke Davidstraße) entstand als oberstes Geschoss das Restaurant „Bavaria-Blick“.
 
1994 ging dann die Bavaria-St. Pauli-Brauerei in den Besitz von „Brau und Brunnen“ aus Berlin / Dortmund über. Daraufhin im Februar 1997 entschloss sich die Führungsebene von Brau und Brunnen den Bavaria-Standort in Hamburg zu schließen. Um den Standort zu erhalten wurde die Brauerei vom 01. Januar bis zum 22. Dezember 1998 in städtischen Besitz überführt. Nach dieser Zeit hat sofort die „Holsten-Brauerei“ die Anlage erworben. Es wurde direkt und offensiv mit der originell-frechen Plakatkampagne „Astra. Was dagegen?“ begonnen.
 
Das Verwaltungsgebäude der Brauerei, zeigte der Stadtsilhouette als elegantes Hochhaus Flagge. Das Gegenteil dazu waren die Betriebsgebäude. Sie wurden immer dichter aneinander gepackt und machten das Gesamterscheinungsbild formlos. In den weiteren Expansionsjahren nahm die Brauerei immer mehr Platz in Richtung Osten ein, sogar der Zirkusweg wurde verdrängt.
 
Im Mai 2001 kaufte eine Hamburger Investorengruppe um Wilhelm Bartels das „Bavaria-Gelände“. Die Planung für Hamburgs neue „Hafenkrone“, mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 350 Mio. €, konnte beginnen! Nachdem ab 2002 nicht mehr gebraut wurde, wurde 2003 das damalige Bavaria-Werk geschlossen. Man teilte das Gelände in 6 Baugebiete auf. Somit bricht unter Anderem der alte Stadtgrundriss mit einem diagonal verlaufenden Zirkusweg und der Verlängerung der Taubenstraße die massive Barriere wieder auf und verknüpfen Landungsbrücken und Reeperbahn enger miteinander.
 
Den westlichen Teil der neuen Hafenkrone bildet das EMPIRE RIVERSIDE HOTEL, welches vom britischen Star-Architekten David Chipperfield entworfen und eingerichtet wurde. Durch eine Investition von 65 Mio. € konnte das EMPIRE RIVERSIDE HOTEL 90 Meter in den Himmel ragen. Und so bietet es 327 Zimmer von der 4. bis zur 20. Etage, Veranstaltungsräume und Gastronomieflächen. Nach der Grundsteinlegung am
22. November 2005 und dem Richtfest am 17. April 2007 steuerte das EMPIRE RIVERSIDE HOTEL – St. Paulis Lifestyle-Hotel – mit voller Kraft auf die Eröffnung am 01. November 2007 zu. Direkt hinter dem Hotel wurde das Brauhaus errichtet. Dort stehen 4.000 m² Büro- und 900 m² Gastronomiefläche zur Verfügung.
 
Die weiteren Baufelder der neuen Hafenkrone

Baufeld 2
Neben dem Hotelgebäude siedelt sich das Holland-Haus an. Als Bauherr fungiert die Quantum Immobilien AG für das sechs- bis neungeschossige Gebäude. Die 4.000 m² Bürofläche und eine Dachterrasse wurden von dem niederländischen Architekturbüro Doll entworfen.

Baufeld 3
Ein Stück weiter links siedelt sich das Brau-Quartier der Hansa-Baugenossenschaft an. In diesen Teil der neuen Hafenkrone wurden 24 Mio. € investiert, um 120 Wohnungen und eine Gesamtwohnfläche von 12.000 m² zu schaffen. Steidle & Partner aus München haben die fünf- und achtstöckigen Gebäude entworfen. Die Zwei- bis Vierzimmerwohnungen haben eine Größe von 68 bis 130 m² und werden im Genossenschaftsmodell vermietet.
 
Baufeld 4
Die HSH Nordbank hat bei den Potsdamer Architekten Axthelm und Finken die Entwicklung des Bürohauses Bavaria-Office in Auftrag gegeben. In dem vier- bis achtstöckigen Gebäude befinden sich auf 9.000 m² Büros und auf 1.500 m² siedeln sich ein Supermarkt, ein Bäcker und eine Apotheke an.
 
Die Baugenossenschaft Bergedorf-Bille hat von den Hamburger Architekten Jan Strömer und Jörg Friedrich 130 Wohnungen in fünf- bis siebengeschossigen Häusern planen lassen. Die Gesamtwohnfläche von 11.900 m² teilt sich in Einheiten von 43 bis 115 m² und 4 Gewerbeflächen auf. Das Projekt Wohnen in der Hopfenstraße hat ein Investitionsvolumen von 35 Mio. €.


neue Hafenkrone aus Hafensicht

Baufeld 5
Das östliche Ende der Hafenkrone bildet das Atlantic-Haus mit seinen drei achtgeschossigen Gebäuden und einem
21-geschossigem Hochhaus. Die Quantum Immobilien AG und HSH N Real Estate investierten 100 Mio. € in dem vom Architekturbüro Zog und Partner geplanten Komplex. Die 34.000 m² Bürofläche werden unter Anderem von Werbeagenturen genutzt. Im obersten Geschoss hat sich die Veranstaltungsagentur Nord Event auf 550 m² (mit zwei Dachterrassen) eingemietet.

Baufeld 6
Den Mittelpunkt der Hafenkrone bildet der von den Architekten Engel und Zimmermann (aus Frankfurt) entworfene Astra-Turm. In seinen 18 Etagen hat der Desingner Tobias Grau die 13.000 m² Bürofläche eingerichtet. Die DWI Grundbesitz GmbH hat in den 60 Meter hohen Turm 45 Mio. € investiert.

Die neue Hafenkrone
Durch die unterschiedlichen Planer und Architekten der Baugebiete trägt jedes Gebäude seine eigene „Handschrift“. Dies war gewollt, um die gesamte Fläche interessanter, vielfältiger und lebendiger zu machen.
 

neue Hafenkrone aus Reeperbahnsicht